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Die Swappolitik im globalwirtschaftlichen Kontext.

Was sind Swaps?

Was sind Swaps?

Einführung in die Swappolitik

Swaps sind Finanzinstrumente, mit deren Hilfe zukünftige Zahlungsströme ausgetauscht werden können. Beispiele dafür sind Zinsswaps, Währungsswaps oder Kreditswaps. Diese, und eine Vielzahl weiterer Swaps, sind auch wichtige Instrumente zur Steuerung der Geldpolitik eines Landes. Dieser Einsatz der Swaps zur Beeinflussung des nationalen Geldmarktes wird als Swappolitik bezeichnet. Vor allem die Zentralbanken tragen hier zur Steuerung der Geldmärkte bei.

Swappolitik zur Geldmengensteuerung

Geldmengensteuerung
©istockphoto.com/MarsBars

Die Geldmenge kann zum Beispiel über Devisenswaps geregelt werden. Das ist ein Verkauf einer Währung bei gleichzeitigem Rückkauf per Termin. Preis und Zeitpunkt des Rückkaufes werden am Abschlusszeitpunkt fixiert. Zur Liquiditätsbeschaffung werden zuerst Devisen gegen die Eigenwährung per Kassa gekauft. Zu einem späteren Zeitpunkt werden diese Devisen gegen die Eigenwährung per Termin verkauft. Die Liquiditätsabschöpfung erfolgt durch den Verkauf von Devisen per Kassakurs und Rückkauf dieser per Terminkurs. Neben dem Zeitpunkt und dem Preis des Rückkaufes wird auch ein Swap-Satz vereinbart, der die Differenz zwischen vereinbarten Terminkurs und aktuellen Kassakurs beschreibt. Wenn die Zinssätze international gleich hoch sind, ist die Liquiditätsbeschaffung so lange sinnvoll, wie der Kassakurs über dem Terminkurs liegt. Bei international unterschiedlichen Zinssätzen müssen in diese Gleichung auch noch die Differenzen zwischen inländischem Zinsniveau und ausländischem Zinsniveau berücksichtigt werden.

Swappolitik zur Steuerung von Geldimporten und Geldexporte

Über den Swapsatz können auch Geldimporte und Geldexporte beeinflusst werden. Denn dieser beeinflusst die Konditionen auf dem Devisenmarkt, wodurch Devisengeschäfte attraktiver oder weniger attraktiv gestaltet werden können. So können unerwünschte Zuflüsse oder Abflüsse von Devisen eingeschränkt werden. Liegt der offizielle, von der Zentralbank festgelegte Swapsatz über dem Marktsatz, wird der Kapitalexport angeregt. Umgekehrt wird bei einem offiziellen Swapsatz unter dem Marktsatz der Kapitalimport gefördert. Durch so genannte Karussellgeschäfte und daraus folgendem Nettokapitalverkehr, weil die Banken gleich viel Kapital zum offiziellen Swapsatz exportieren als sie zum freien Swapsatz wieder importieren, ist die Effizienz der Swapsatzpolitik aber nur eingeschränkt. Über die Beeinflussung des Wechselkurses verändert sich aber nicht nur die Attraktivität der Devisengeschäfte, sondern auch der Wechselkurs und damit die inländische Geldmenge.

Die Swappolitik ist insgesamt ein außenwirtschaftlicher Ansatzpunkt in der Geldpolitik, mit der Geldmenge und Zins einer Volkswirtschaft beeinflusst werden. Neben der Steuerung der inländischen Geldmenge werden über die Swappolitik auch die Konditionen am Devisenmarkt geregelt, und damit der Devisenhandel und der Wechselkurs.

Wichtige Begriffe im Zusammenhang mit der Swappolitik sind:
Swap-Satz: Differenz zwischen vereinbartem Terminkurs und aktuellem Kassakurs
Terminkurs: Kurs für Devisen, deren Anschaffung/Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt
Kassakurs: Kurs für Devisen, deren Anschaffung/Lieferung innerhalb von zwei Tagen nach Geschäftsabschuss erfolgt

Literatur:
Filc, W. (1981) - Devisenmarkt und Geldpolitik
Issing, O. (1996) - Einführung in die Geldpolitik
Anderegg, R. (2007) - Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik
Gerdesmeier, D. (2011) - Geldtheorie und Geldpolitik: Eine praxisorientierte Einführung

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