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Der Euro (EUR, €) Herkunft und Überblick

EUR Überblick zu Europäischen Währungsunionen

Wer glaubt, dass mit der Einführung des Euro (kurz EUR) erstmals ein europäisches Währungsmodell entstand, täuscht sich. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden erste innereuropäische Währungsunionen mit mehr oder weniger Erfolg.

Erste Modelle

Als erfolgreichste und erste Währungsunion in Europa gilt der "Zollverein" von 1834. Dieser führte nicht nur zu einer Vereinheitlichung der Währungen, der Maße und der Gewichte in den ehemaligen Deutschen Staaten, dieser gipfelte schlussendlich auch in der Einigung Deutschlands im Jahre 1871. Die Preußische Bank wurde hierfür als Reichsbank eingesetzt. Im Jahr 1861 kam es auf Initiative Frankreichs hin zu einer "Lateinischen Währungsunion", an der sich Frankreich, Italien, Belgien, Griechenland und die Schweiz beteiligten. Hierfür wurden innerhalb dieser Union einheitliche Gold- und Silbermünzen in Umlauf gebracht, nebenher blieben aber auch landesspezifische Münzen gültig.
Eine ähnliche Währungsunion bildeten 1870 die Skandinavischen Staaten. Beide Modelle mussten aber in den 1920er Jahren aufgelöst werden, als Ursachen dafür sind die damaligen Kriegswirren und große Unterschiede bezüglich der Gold- und Silberwerte zu nennen. Trotzdem können alle drei Modelle als Vorläufer des heutigen Euro erwähnt und gezählt werden.

Quelle: http://projects.exeter.ac.uk/RDavies/arian/llyfr.html (aus: "A History of Money" by Glyn Davies)

Der Euro: Aufstieg einer jungen Währung

Als Ausgangspunkt für die heutige gemeinsame europäische Währung, den Euro, gilt zunächst einmal die Herstellung des freien Kapitalverkehrs zwischen den EU-Staaten (Juli 1990). 1994 wurde das Europäische Währungsinstitut (EWI) als Vorgänger der heutigen Europäischen Zentralbank (EZB) gegründet und somit auch eine Prüfung der Haushaltslage aller Mitgliedstaaten in Auftrag gegeben. In weiterer Folge entstand ein Streit um den zukünftigen Namen der zukünftigen Einheitswährung: Zahlreiche Vorschläge wie "ECU" oder "europäische Franken / Gulden / Kronen" wurden abgelehnt. Schlussendlich setzte sich der Vorschlag Euro, eingebracht von der deutsche Delegation, durch. Ein Jahr später entschied man sich, eher durch Zufall, als geplant, das als Währungszeichen anzunehmen.
Mit dem 1. Januar 1999 wurde der EUR als Buchungsgeld eingeführt, am 1. Januar 2002 konnte man erstmals mit Euro Bargeld bezahlen. Heute, April 2010, führen 22 Staaten Europas den EUR als offizielle Währung, 16 davon sind Mitglieder der EU.
In diesem kurzen Zeitraum, einem knappen Jahrzehnt, konnte sich der EUR zu einer der führenden Währungen entwickeln. Gegenüber dem Dollar, dem Pfund Sterling und dem Yen erwies er sich als stark und konnte eine anfängliche Schwächephase schnell überwinden. Zahlreiche Ökonomen gehen mittlerweile davon aus, dass der EUR dem Dollar seinen Rang als Leitwährung abringen kann. Dafür sprechen auch folgende Zahlen: Bereits 2006 war der EUR die führende Bargeldwährung. Im Jahr 2009 lag der Anteil des Euro als internationale Reservewährung bereits bei 28 %, im Jahr 2000 lag der Wechselkurs von 1 $ noch bei 1,21 €. Der EUR ist also in kürzester Zeit zu einer der einflussreichsten Währungen im globalen Währungssystem aufgestiegen.