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Ausbruchsstrategie Der Ausbruch aus dem Hin und Her!

Die Ausbruchsstrategie

Erfolgsfaktor Strategie
©istockphoto.com/ flytosky11

Bei einer Ausbruchsstrategie (breakout strategy) geht es im Prinzip darum, eine trendlose Phase, in der sich der Kurs nur seitwärts bewegt, zu identifizieren und dann bei Ausbruch in die eine oder andere Richtung sozusagen "auf den Trend aufzuspringen", indem man eine entsprechende Position eröffnet. Zur Identifizierung werden zumeist Kerzencharts mit Stunden- oder Tageskerzen verwendet, an die jeweils horizontale Linien (Widerstand und Unterstützung) angelegt werden. Prinzipiell funktioniert so eine Strategie natürlich ebenfalls im 5-Minuten-Zeitfenster, allerdings ist dort das "Rauschen" wesentlich höher und es fällt auch schwerer, signifikante Widerstandsbereiche zu erkennen.

Hat man eine Seitwärtsphase gefunden, so kann man darauf spekulieren, dass die nachfolgende Bewegung beim Verlassen der Seitwärtsphase umso stärker ausfällt, je länger der Kurs vorher in diesem Bereich (trading range) gefangen war. Es lässt sich natürlich in keinem Falle vorher eine Aussage darüber treffen, in welche Richtung der Kurs die Trading Range verlassen wird. Also hüten Sie sich davor, vorschnell Positionen zu eröffnen, und ignorieren Sie Ihr Bauchgefühl, sollte sich dieses, während der Kurs in der Trading Range notiert, einstellen.

Zur Kurszielbestimmung kann als grober Richtwert davon ausgegangen werden, dass die Strecke, die der Kurs nach dem Verlassen des seitwärts gerichteten Kanals zurücklegen wird, mindestens der Strecke der Kanalhöhe entspricht. Also wenn der Kanal beispielsweise 80 PIPs hoch ist und nach oben verlassen wird, dann sollten Sie das Kursziel 80 PIPs höher suchen. Es bietet sich an, mögliche Take-Profit-Marken etwas tiefer zu platzieren, damit diese auf jeden Fall ausgelöst werden. Man sollte jedoch ebenfalls bedenken, dass je nach Zeitfenster ein länger anhaltender Trend nach dem Ausbruch einsetzen kann. Aus diesem Grund realisieren manche Trader an der Kurszielmarke z. B. nur 50 % des Gewinns - für den Rest wird die Stop-Loss-Order nachgezogen. Somit wird eine Win-Win-Situation geschaffen: Einen Teil des Gewinns haben Sie schon realisiert, der andere Teil der Position ist noch offen, aber durch den nachgezogenen Stop-Loss abgesichert - Sie können also bei allen Möglichkeiten, die der Markt nun noch hat, nur noch gewinnen!

Re-Test und Fehlausbruch

Ausbruchsstrategie: Trading Range mit Re-Test

Nach einem erfolgten Ausbruch und dem Abklingen des ersten Impulses in die wahrscheinlich zukünftige Trendrichtung kann wieder eine Bewegung zurück zum verlassenen Kanal einsetzen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass die gebrochene Widerstandslinie nun von oben berührt wird, bevor der Kurs zu einer noch höheren Bewegung ansetzt. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten Re-Test der gebrochenen Trendlinie bzw. genauer gesagt, der in diesem Falle gebrochenen Widerstandslinie. Dieses Verhalten des Kurses ist absolut nichts Ungewöhnliches und kommt bei den meisten Devisen und auch sonstigen Assets sehr häufig vor. Man kann sich diese Eigenart sogar zu Nutze machen und kurz nach einem erfolgten Ausbruch aus der Trading Range eine Limit- oder Stop-Buy/Sell-Order in unmittelbarer Nähe der Widerstandslinie positionieren. Damit steigen Sie am bestmöglichen Punkt in den noch jungen Trend ein und brauchen nicht viele PIPs zu riskieren.

Es kommt aber ebenso durchaus vor, dass ein Fehlausbruch stattfindet - also der Kurs die Trading Range verlässt, zurückkommt und, statt nach dem erfolgten Re-Test den Trend wieder aufzunehmen, abermals in die Trading Range abtaucht. Das ist zwar ärgerlich, da Ihre Position dann ausgestoppt wird und Sie Geld verlieren, aber kein Grund, den nächsten Ausbruch (u. U. bei einem anderen Finanzinstrument) nicht wieder zu traden! Je nach identifizierter Trading Range liegt zwar die Trefferquote einer Ausbruchsstrategie weit über 50 %, allerdings kommt es wie bei anderen Trading-Strategien eher auf das Gewinn/Verlust-Verhältnis an. Und das fällt bei so einer Strategie mit einem gut gewählten Einstieg deutlich zu Ihren Gunsten aus, denn Sie können ein Vielfaches des Betrages, den Sie verlieren können, gewinnen.

Die hier beschriebenen Fakten mit Ausnahme der Kurszielbestimmung lassen sich übrigens auch auf das Trading von klassischen Fortsetzungsformationen (also bullischen oder bärischen Keilen, Flaggen, Wimpel, Rechtecken und symmetrischen Dreiecken) übertragen: Auch hier kann es zu Re-Tests kommen, selbige können über Stop-Orders als Einstieg verwendet werden und manchmal funktioniert es eben nicht und der Ausbruch war ein Fehlsignal ...